Achtsamkeit mit der Apple Watch: Die Breathe-App im Test

Apple hat das Thema Achtsamkeit für sich entdeckt. Im iTunes-Store gibt es schon diverse Achtsamkeits-Apps, die sich aufs iPhone oder auch auf die Apple Watch laden lassen - seit dem Update auf watchOS 3.0 ist jetzt aber auch eine Mindfulness-App nutzbar, die direkt von Apple für die Apple Watch entwickelt wurde: die Breathe-App. Einatmen, ausatmen - eigentlich gar nicht so schwierig, aber die Watch gibt den richtigen Rhythmus vor, damit wir innerhalb kürzester Zeit eine erholsame Auszeit vom stressigen Alltag bekommen. Das Ganze hat durchaus Charme, wie ich finde. Ein Testbericht.

So funktioniert die Breathe-App

Die Breathe-App ist total simpel gestaltet, im Fokus steht tatsächlich das Atmen - und die Erholung, die sich einstellt, wenn man sich aus dem Alltag ausklinkt und einfach nur ruhig vor sich hin atmet. Im besten Fall sinken dadurch Herzfrequenz und Blutdruck. Vor Beginn der Atemübung hat der User über die Möglichkeit, die Dauer der Meditationsphase einzustellen. Das geschieht mit Hilfe des Rädchens an der Seite der Watch. Mit einem Klick auf den Start-Button im Display beginnt die Atem-Einheit. Ich hätte eine begleitende Entspannungsmusik erwartet oder wenigstens Wald- oder Wellengeräusche - aber es wird nichts dergleichen abgespielt. Kein Sound, kein Schnickschnack, nur die sich öffnende und schließende blütenähnliche Grafik im Zentrum des Displays erscheint. Absolut reduziert, aber sehr effektiv, denn in den korrekten Atemrhythmus kommt der User instinktiv. Beim Öffnen der Blüte einatmen (die Breathe-Phase wird von einem Pochen am Handgelenk begleitet), beim Schließen der Blüte ausatmen. Durch die pochenden Vibrationen am Handgelenk lässt sich die Atemübung auch mit geschlossenen Augen durchführen.

 

Mir persönlich ist die voreingestellte Atemfrequenz von 7 Atemzügen pro Minute zu schnell, um mich zu entspannen. Also wählte ich in den Einstellungen der Breathe-App eine Frequenz von 6 Atemzügen pro Minute aus - perfekt (Variationen von 4 bis 10 Atemzügen sind möglich). Am Ende der Meditation zeigt die App die Herzfrequenz des Users an, um zu beweisen, dass die Atemübung im Organismus Entspannung bewirkt hat. Das ist ein schönes Feature, allerdings fehlt der Vergleich: besser wäre es, wenn die App vor der Übung die Herzfrequenz aufzeichnet und sie dem Wert nach der Übung gegenüberstellt. Wer langfristig von Achtsamkeitsübungen profitieren möchte, sollte sie regelmäßig absolvieren - die Breathe-App bietet eine Erinnerungsfunktion (stündlich, alle 3, 5 oder 7 Stunden), die sich aber auch ausstellen lässt. 

 

Mein Fazit: Die Breathe-App ist ein toller (kostenloser) Helfer, um sich im Tagesverlauf schnell mal eine Pause zu gönnen und abzuschalten. Sicherlich funktioniert das auch ohne App, Smartphone oder Smartwatch, aber für Einsteiger bietet das Programm eine gute und wichtige Orientierung: Wie lange sollte ich einatmen, wie lange dauert die Ausatmungsphase? Die sich öffnende Blüte ist ein Hingucker, der ebenfalls bei der Entspannung hilft. Letztendlich ist die Breathe-App ein Assistent bei der Fokussierung auf das Wesentliche. Ein kleiner Meditations-Coach am Handgelenk. Am besten einfach mal selbst ausprobieren!