Ist Freeletics Gym eigentlich eine Crossfit-App?

Freeletics Gym mit Vanessa Gebhardt
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Freeletics - das stand bisher für Bodyweight-Training ohne Schnickschnack. Nur du, das Smartphone und die Trainingsmatte. Die Matte und du. Ok, eine ordentliche Portion eiserner Wille durfte auch nicht fehlen. Seit dem Launch der 'Freeletics Gym'-App haben die Athleten auch die Möglichkeit, echtes Eisen miteinzubeziehen: Langhanteln. Freeletics-Instructor und Fitness-Expertin Vanessa Gebhardt erklärt im Interview, warum die Workouts ausgerechnet auf Langhanteln basieren (Kurzhanteln wären schließlich auch eine Option gewesen), ob es noch einen Unterschied zu Crossfit gibt und was in Zukunft noch von Freeletics zu erwarten ist.

Ist 'Freeletics Gym' eigentlich eine Crossfit-App?

Vanessa Gebhardt: Bei Freeletics Gym geht es darum, das Optimum aus seinem Training rauszuholen und seine individuellen Ziele schnell zu erreichen. Dazu beziehen wir uns auf eine Auswahl an nachweislich hocheffizienten Übungen, die man in jedem Fitnessstudio durchführen kann. Neben dem Gewichtheben ist das unter anderem das Rudergerät, welches mit Abstand das meist unterschätzte Gerät in jedem Fitnessstudio ist. Crossfit bedient sich ebenfalls an Elementen des klassischen Gewichthebens. Gleichwohl integriert Crossfit aber noch viele andere Disziplinen, die sich nicht unbedingt in jedem Fitnessstudio wiederfinden lassen, wie das Turnen und Strong-Man Übungen. Zudem fokussiert Crossfit sehr stark auf das ständig wechselnde Hochintensitätstraining, das sich teilweise auch mehrere Tage hintereinander in einer Crossfit Box wiederholt und das Training teils wenig individuell gestalten lässt. Das hilft nicht unbedingt jedem dabei, seine Ziele zu erreichen.

 

Freeletics Gym bietet dagegen ein hoch individualisiertes, persönliches Training und kann in jedem Studio durchgeführt werden. Und durch die stetig und ständig wachsende Gemeinschaft der Free Athletes finden sich mehr und mehr Frauen, die sich im Gym verabreden, um dort gemeinsam Workouts zu bestreiten.

Freeletics-Gym-Workout mit Langhantel

Wie kommt es, dass die Langhantel der Hauptbestandteil ist - und nicht die Kurzhantel?

Es gibt zwei entscheidende Gründe für die Fokussierung auf die Langhantel. Zum einen Trainingseffizienz und -effektivität und zum anderen Zugänglichkeit.

Wir versprechen unseren Kundinnen und Kunden, dass sie Freeletics Gym in jedem Fitnessstudio oder sogar zu Hause durchführen können - egal wo auf der Welt und mit einem Minimum an Equipment. Zudem wollen wir Fortschritte festhalten und eine Vergleichbarkeit zwischen unseren Athletinnen schaffen. Tatsache ist, dass die meisten Kurzhanteln nicht standardisiert sind. Wenn man drei bis vier Studioketten miteinander vergleicht, wird man feststellen, dass erstens die meisten Kurzhanteln nur in einer Ausführung und zweitens nie die gleichen Gewichte vorhanden sind. Langhanteln und Gewichtsscheiben sind allerdings fast überall identisch.

"Der Kerngedanke von Freeletics geht weit über Bodyweight-Training hinaus"

Freeletics-Gym-Trainingsplan

Widerspricht das Gym-Workout nicht dem Free-Gedanken von Freeletics?

Ganz im Gegenteil! Das Wort Free ist fundamentaler Bestandteil all unserer Produkte - es steht in erster Linie für die innere Einstellung zu sich selbst und neuen Herausforderungen gegenüber. Sich los machen von jeglichen Limits und Barrieren, um sich dann selbst die Freiheit geben zu können, alles schaffen zu können, was man möchte. Auch über die eigenen Grenzen hinaus. Das ist der Kerngedanke von Freeletics, welcher weit über Bodyweight-Training hinausgeht. Denn es ist völlig egal, ob man mit dem eigenen Körpergewicht, im Fitnessstudio oder in Laufschuhen trainiert. Der Weg in ein gesünderes, fitteres und glückliches Leben ist für jeden Menschen ein anderer und es ist unsere Aufgabe, jeden Menschen auf der Welt auf diesem Weg zu begleiten und ihn an seinen individuellen Bedürfnissen abzuholen.

 

Wer sollte eher auf Bodyweight-Training setzen und für wen ist Hanteltraining sinnvoller?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Hier kommt es sehr auf die persönliche Zielsetzung an aber auch auf die zeitliche und örtliche Flexibilität. Wer zum Beispiel rein mit dem eigenen Körpergewicht trainiert, baut in der Regel etwas langsamer Muskeln auf als mit freiem Hanteltraining, schult jedoch auch seine Koordination und Kondition, was wiederum zu einer Verbesserung der gesamten Athletik beiträgt. Ein reines Hanteltraining bietet sich wiederum eher weniger an, wenn man Kilos verlieren möchte. Hier empfiehlt sich wenn dann immer die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining wie beispielsweise Rudern - was ebenfalls ein Teil des Freeletics-Gym-Trainings ist - oder Lauftraining, zum Beispiel mit Freeletics Running. Bodyweight-Training bietet mehr Flexibilität da es überall und jederzeit durchgeführt werden kann. Es kommt also immer darauf an, welche Ziele sich die Athletin gesteckt hat und welcher Trainingsansatz ihr persönlich mehr zusagt.

 

"Es gibt schon erste Ansätze, Smartphone-Workouts mit weiteren Gadgets zu kombinieren"

 

Das Smartphone als Fitness-Coach: Ist die Entwicklung jetzt abgeschlossen oder wie geht es weiter?

Nein, natürlich ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Das Smartphone, digitale Technologien und das Internet bieten noch viel mehr Möglichkeiten, um die Menschen näher an ihre eigenen Ziele, an eine gesündere Lebensweise und ein besseres Lebensgefühl heran zu führen. Wir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung und stetigen Verbesserung unserer Produkte. Und nicht zuletzt gibt es heute schon erste Ansätze und Lösungen, das Training mit dem Smartphone mit weiteren Gadgets zu kombinieren. Auch hier werden wir sicherlich nicht haltmachen. Es bleibt spannend.

 

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